Christenverfolgung weltweit · Stand 2026

Die meistverfolgte Glaubensgemeinschaft der Welt.

Mehr als 388 Millionen Christen leben in Ländern mit hoher bis extremer Verfolgung. Diese Seite bündelt Zahlen, Berichte und Quellen — für alle, die sich informieren, recherchieren oder helfen wollen.

Aktualisiert Mai 2026 Quellen: Open Doors WVI, USCIRF, Pew & weitere Unabhängig · werbefrei
Die Lage in Zahlen

Was die aktuellen Berichte zeigen

388 Mio.
Christen weltweit unter hoher bis extremer Verfolgung
50
Länder auf dem Weltverfolgungsindex 2026
4.849
Dokumentierte Opfer christenfeindlicher Gewalt im Berichtszeitraum
14
Länder Subsahara-Afrikas auf dem Index — der dramatischste Schwerpunkt

Die Zahlen stammen aus dem im Januar 2026 veröffentlichten Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors. Sie sind Schätzungen — die genaue Erfassung von Verfolgung ist methodisch schwierig, weil viele Übergriffe nicht angezeigt werden, Behörden Daten zurückhalten und sich Betroffene oft nicht öffentlich äußern können. Die zertifizierte Methodik des Index gilt jedoch als wissenschaftlich belastbar und wird vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit (IIRF) geprüft.

Die zehn Länder mit der stärksten Verfolgung

Der Weltverfolgungsindex 2026 listet jene Länder, in denen Christen am stärksten unter Druck stehen. Die Top 10 setzen sich aus einer Mischung totalitärer Regime, islamistisch dominierter Staaten und Bürgerkriegsländer zusammen:

  1. Nordkorea
  2. Somalia
  3. Jemen
  4. Sudan
  5. Eritrea
  6. Syrien
  7. Nigeria
  8. Pakistan
  9. Libyen
  10. Iran
Bemerkenswert 2026: Syrien verzeichnet den größten Positionssprung in der Geschichte des Index — von Platz 18 auf Platz 6. Nach dem politischen Umbruch im Dezember 2024 erfüllten sich Hoffnungen auf mehr Sicherheit nicht; mindestens 27 Christen wurden im Berichtszeitraum wegen ihres Glaubens getötet. Heute leben nur noch rund 300.000 Christen in Syrien.

Drei regionale Brennpunkte

Verfolgung sieht überall anders aus. In Nigeria ist es offene Gewalt durch Milizen; in China systematische staatliche Kontrolle; im Nahen Osten eine schleichende Auslöschung uralter Gemeinden durch Krieg, Vertreibung und gesellschaftlichen Druck. Die Region-Profile fassen Kernfakten und spezialisierte Quellen zusammen.

◆ Nigeria
Tödlichstes Land für Christen
3.490 der weltweit dokumentierten Opfer christenfeindlicher Gewalt entfallen auf Nigeria. Schätzungen lokaler NGOs gehen von durchschnittlich 32 getöteten Christen pro Tag aus. Hauptakteure: Boko Haram, ISWAP und bewaffnete Fulani-Milizen.
Mehr zur Lage in Nigeria
◆ China
Systematische staatliche Kontrolle
Christen werden durch Sinisierungspolitik, Gesichtserkennung und Schließung von Hauskirchen unter Druck gesetzt. Allein 2024 wurden über 40.000 Überwachungskameras an religiösen Stätten installiert. Untergrundkirchen und unabhängige Katholiken im Visier.
Mehr zur Lage in China
◆ Naher Osten
Eine Region blutet aus
Die Christen des Iraks sind von 1,5 Millionen (2003) auf rund 150.000 geschrumpft, jene Syriens von 1,5 Millionen auf 300.000. Im Iran nahmen Verhaftungen 2025 um fast 100% zu. Eine der ältesten Christengemeinschaften der Welt droht zu verschwinden.
Mehr zur Lage im Nahen Osten

Gut zu wissen: Was zählt als „Verfolgung"?

Open Doors misst Verfolgung anhand eines Punktesystems in fünf Lebensbereichen (Privatleben, Familienleben, gesellschaftliches Leben, kirchliches Leben, staatliches Leben) plus einer separaten Wertung für Gewalt. Bei einer Indexpunktzahl von:

  • 81–100 Punkten spricht Open Doors von einem „extremen" Ausmaß an Verfolgung
  • 61–80 Punkten von einem „sehr hohen" Ausmaß
  • 41–60 Punkten von einem „hohen" Ausmaß

Verfolgung umfasst also weit mehr als physische Gewalt. Auch berufliche Diskriminierung, Zwangskonversionen, der Entzug elterlicher Rechte bei Christen, Verbot von Bibeln, Zerstörung von Kirchen, Überwachung von Gottesdiensten oder gesellschaftliche Ächtung fallen darunter. Diese „strukturelle Verfolgung" ist oft schwerer fassbar als spektakuläre Anschläge, betrifft aber ungleich mehr Menschen.

Eine umfassende Übersicht der Quellen

Wer sich seriös informieren will, braucht mehrere Perspektiven. Auf der Quellenseite finden Sie 35+ kuratierte Anlaufstellen — von NGOs über staatliche Berichte bis zu akademischer Forschung.

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